Teil eines Werkes 
9. Band (1838)
Entstehung
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ihre Rettung der Schnelligkeit ihrer Pferde und den wenigen Minuten, welche ſie vor dem nachſetzenden Feinde voraus hatte. Das Fußvolk ward zuſammengehauen oder ſtreckte frei⸗ willig das Gewehr. Gegen zweitauſend bleiben, ſiebentauſend geben ſich mit fünfundzwanzig Stabsofficieren und neunzig

Capitäns gefangen. Dieß war wohl in dieſem ganzen Kriege

die einzige Schlacht, welche auf die verlierende und die ge⸗ winnende Partei ungefähr den nämlichen Eindruck machte; beide waren Deutſche, und die Franzoſen hatten ſich beſchimpft. Das Andenken dieſes unholden Tages, der hundert Jahre ſpäter bei Roßbach erneuert ward, wurde in der Folge zwar

durch die Heldenthaten eines Türenne und Condé wieder⸗

ausgelöſcht, aber es war den Deutſchen zu gönnen, wenn ſie ſich für das Elend, das die franzöſiſche Politik uͤber ſie häufte, mit einem Gaſſenhauer auf die franzöſiſche Tapferkeit bezahlt machten.

Dieſe Niederlage der Franzoſen hätte indeſſen den Schweden ſehr verderblich werden können, da nunmehr die ganze unge⸗ theilte Macht des Kaiſers gegen ſie losgelaſſen wurde, und die Zahl ihrer Feinde in dieſer Zeit noch um einen vermehrt wor⸗ den war. Torſtenſohn hatte Maͤhren im September 1643 plötzlich verlaſſen und ſich nach Schleſien gezogen. Niemand wußte die Urſache ſeines Aufbruchs, und die oft veränderte Richtung ſeines Marſches trug dazu bei, die Ungewißheit zu vermehren. Von Schleſien aus naͤherte er ſich unter mancherlei Krümmungen der Elbe, und die Kaiſerlichen folgten ihm bis in die Lauſitz nach. Er ließ bei Torgau eine Brücke über die Elbe ſchlagen und ſprengte aus, daß er durch Meißen in die obere Pfalz und in Bayern dringen würde. Auch bei Barby ſtellte er ſich an, als wollte er dieſen Strom paſſiren, zog ſich aber immer weiter die Elbe hinab, bis Havelberg, wo er ſeiner