475
Jänner 1642) bei Kempen an und ſchlugen ihn in einer großen Schlacht, daß zweitauſend blieben und noch einmal ſo viel zu Gefangenen gemacht wurden. Dieſer wichtige Sieg oͤffnete ihnen das ganze Kurfuͤrſtenthum und die angränzen⸗ den Lande, daß ſie nicht nur ihre Winterquartiere darin be⸗ haupteten, ſondern auch große Verſtaͤrkungen an Soldaten und Pferden daraus zogen.
Guebriant überließ den heſſiſchen Völkern ihre Eroberun⸗ gen am Niederrhein gegen den Grafen von Hatzfeld zu ver⸗ theidigen und naͤherte ſich Thüringen, um Torſtenſohns Unternehmungen in Sachſen zu unterſtützen. Aber anſtatt ſeine Macht mit der ſchwediſchen zu vereinigen, eilte er zurück nach dem Main⸗ und Rheinſtrom, von dem er ſich ſchon weiter, als er ſollte, entfernt hatte. Da ihm die Bayern unter Mercy und Johann von Werth in der Markgrafſchaft Baden zu⸗ vorgekommen waren, ſo irrte er viele Wochen lang, dem Grimm der Witterung preisgegeben, ohne Obdach umher, und mußte gewöhnlich auf dem Schnee campiren, bis er im Breisgau endlich ein kummerliches Unterkommen fand. Zwar zeigte er ſich im folgenden Sommer wieder im Felde und beſchaftigte in Schwaben das bayeriſche Heer, daß es die Stadt Thionville in den Niederlanden, welche Condé belagerte, nicht entſetzen ſollte. Aber bald ward er von dem überlegenen Feind in das Elſaß zuruckgedruckt, wo er eine Verſtärkung erwartete.
Der Tod des Cardinals Richelieu, der im November des Jahrs 1642 erfolgt war, und der Thron⸗ und Miniſterwechſel, den das Abſterben Ludwigs des Dreizehnten im Mat 1643 nach ſich zog, hatte die Aufmerkſamkeit Frankreichs eine Zeitlang von dem deutſchen Krieg abgezogen und dieſe Un⸗ thätigkeit im Felde bewirkt. Aber Mazarin, der Erbe von Richelieu's Macht, Grundſaͤtzen und Entwürfen, verfolgte


