Teil eines Werkes 
9. Band (1838)
Entstehung
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Schleſien verſcheuchte. Durch Wrangel verſtärkt, wagte er ſich zwar aufs Neue dem überlegenen Feind entgegen und entſetzte Großglogau; aber er konnte weder den Feind zum Schlagen bringen, noch ſeine Aſicht auf Böhmen ausfuͤhren. Er überſchwemmte nun die Lauſitz, wo er im Angeſichte des Feindes Zittau wegnahm und nach einem kurzen Aufenthalt ſeinen Marſch durch Meißen an die Elbe richtete, die er bei Torgau paſſirte. Jetzt bedrohte er Leipzig mit einer Belage⸗ rung und machte ſich Hoffnung, in dieſer wohlhabenden, ſeit zehn Jahren verſchont gebliebenen Stadt einen reichlichen Vor⸗ rath an Lebensmitteln und ſtarke Brandſchatzungen zu erheben.

Sogleich eilen die Kaiſerlichen unter Leopold und Picco⸗ lomini über Dresden zum Entſatz herbei, und Torſtenſohn, um nicht zwiſchen der Armee und der Stadt eingeſchloſſen zu werden, rückt ihnen beherzt und in voller Schlachtordnung entgegen. Durch einen wunderbaren Kreislauf der Dinge traf man jetzt wieder auf dem naͤmlichen Boden zuſammen, den Guſtav Adolph eilf Jahre vorher durch einen entſcheidenden Sieg merkwürdig gemacht hatte, und der Vorfahren Helden⸗ tugend erhitzte ihre Nachfolger zu einem edeln Wettſtreit auf dieſer heiligen Erde. Die ſchwediſchen Generale Stahlhantſch und Sillenberg werfen ſich auf den noch nicht ganz in Ordnung geſtellten linken Flügel der Oeſterreicher mit ſolchem Ungeſtüm, daß die ganze ihn bedeckende Reiterei über den Haufen gerannt und zum Treffen unbrauchbar gemacht wird. Aber auch dem linken der Schweden droht ein ahnliches Schick⸗ ſal, als ihm der ſiegende rechte zu Hülfe kam, dem Feind in den Rücken und in die Flanken fiel und ſeine Linien treunte. Die Infanterie beider Theile ſtand einer Mauer gleich und wehrte ſich, nachdem alles Pulver verſchoſſen war, mit umge⸗ kehrten Musketen, bis endlich die Kaiſerlichen, von allen Seiten