Teil eines Werkes 
9. Band (1838)
Entstehung
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Bruder des Kaiſers, erhält den Commandoſtab, um die Un⸗ geſchicklichkeit ſeines Vorgängers Gallas wieder gut zu machen und die Armee aus ihrem tiefen Verfalle zu erheben.

Der Ausgang rechtfertigte die getroffene Veränderung, und der Feldzug des 1640ſten Jahres ſchien für die Schweden eine ſehr nachtheilige Wendung zu nehmen. Sie werden aus einem Quartier nach dem andern in Böhmen vertrieben, und nur bemüht, ihren Raub in Sicherheit zu bringen, ziehen ſie ſich eilfertig über das meißniſche Gebirge. Aber auch durch Sachſen von dem nacheilenden Feinde verfolgt und bei Plauen geſchla⸗ gen, müſſen ſie nach Thüringen ihre Zuflucht nehmen. Durch einen einzigen Sommer zu Meiſtern des Feldes gemacht, ſtür⸗ zen ſie eben ſo ſchnell wieder zu der tiefſten Schwäche herab, um ſich aufs neue zu erheben und ſo mit beſtändigem raſchem Wechſel von einem Aeußerſten zum andern zu eilen. Ban⸗ ners geſchwächte Macht, im Lager bei Erfurt ihrem gaänzlichen Untergang nahe, erhebt ſich auf einmal wieder. Die Herzoge von Lüneburg verlaſſen den Prager Frieden und führen ihm jetzt die nämlichen Truppen zu, die ſie wenige Jahre vorher gegen ihn fechten ließen. Heſſen ſchickt Hülfe, und der Her⸗ zog von Longueville ſtößt mit der nachgelaſſenen Armee Herzog Bernhards zu ſeinen Fahnen. Den Kaiſerlichen aufs neue an Macht uͤberlegen, bietet ihnen Banner bei Saalfeld ein Treffen an; aber ihr Führer Piccolomini vermeidet es klüglich, und hat eine zu gute Stellung gewählt, um dazu gezwungen zu werden. Als endlich die Bayern ſich von den Kaiſerlichen trennen und ihren Marſch gegen Franken richten, verſucht Banner auf dieſes getrennte Corps einen Angriff, den aber die Klugheit des bayeriſchen Anführers, von Mercy, und die ſchnelle Annäherung der kaiſerlichen Hauptmacht vereitelt. Beide Armeen ziehen ſich nunmehr in