Teil eines Werkes 
9. Band (1838)
Entstehung
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in Sachſen und Boͤhmen einbrechen zu koͤnnen, und auf dem Wege dahin nicht mit ſeiner ganzen Armee zu verhungern, von Hinterpommern aus einen Umweg nach Niederſachſen nahm, und dann erſt durch das Halberſtädtiſche Gebiet in Kurſachſen einruͤckte. Die Ungeduld der niederſächſiſchen Staa⸗ ten, einen ſo hungrigen Gaſt wieder los zu werden, verſorgte ihn mit dem noͤthigen Proviant, daß er für ſeine Armee in Magdeburg Brod hatte,— in einem Lande, wo der Hunger ſchon den Abſcheu an Menſchenfleiſch uͤberwunden hatte. Er erſchreckte Sachſen mit ſeiner verwuſtenden Ankunft; allein nicht auf dieſes erſchöpfte Land, auf die kaiſerlichen Erblaͤnder war ſeine Abſicht gerichtet. Bernhards Siege erhoben ſeinen Muth, und die wohlhabenden Provinzen des Hauſes Oeſter⸗ reich lockten ſeine Raubſucht. Nachdem er den kaiſerlichen General von Salis bei Elſterburg geſchlagen, die ſächſiſche Armee bei Chemnitz zu Grunde gerichtet und Pirna erobert hatte, drang er in Böhmen mit unwiderſtehlicher Macht ein, ſetzte uͤber die Elbe, bedrohte Prag, eroberte Brandeis und Leutmeritz, ſchlug den General von Hofkirchen mit zehn Regimentern, und verbreitete Schrecken und Verwüſtung durch das ganze unvertheidigte Königreich. Beute ward Alles, was ſich fortſchaffen ließ, und zerſtoͤrt wurde, was nicht genoſſen und geraubt werden konnte. Um deſto mehr Korn fortzuſchlep⸗ pen, ſchnitt man die Aehren von den Halmen und verderbte den Ueberreſt. Ueber tauſend Schloͤſſer, Flecken und Dörfer wurden in die Aſche gelegt, und oft ſah man ihrer hundert in einer einzigen Nacht auflodern. Von Böhmen aus that er Streifzuͤge nach Schleſien, und ſelbſt Mahren und Oeſter⸗ reich ſollten ſeine Raubſucht empfinden. Dieß zu verhindern, mußte Graf Hatzfeld aus Weſtphalen und Piccolomini aus den Niederlanden herbeieilen. Erzherzog Leopold, ein