463
und unterſtützt ſeine Generale aufs nachdrücklichſte mit Geld und Soldaten. Auch in andern Gegenden des Reichs gewinnen die Angelegenheiten Schwedens ein günſtigeres Anſehen, und ſie fangen an, ſich von dem tiefen Verfalle zu erheben, worein ſie durch die Unthätigkeit Frankreichs und durch den Abfall ihrer Alliirten verſunken waren. Denn nach ihrem eilfertigen Rück⸗ zuge nach Pommern hatten ſie einen Platz nach dem andern in Oberſachſen verloren; die mecklenburgiſchen Fürſten, von den kaiſerlichen Waffen bedrängt, fingen an, ſich auf die öͤſterreichiſche Seite zu neigen, und ſelbſt Herzog Georg von Lüneburg erklärte ſich feindlich gegen ſie. Ehrenbreitſtein, durch Hunger beſiegt, öffnete dem bayeriſchen General von Werth ſeine Thore, und die Oeſterreicher bemaͤchtigten ſich aller am Rheinſtrom aufgeworfenen Schanzen. Frankreich hatte gegen die Spanier eingebüßt, und der Erfolg entſprach den prahle⸗ riſchen Anſtalten nicht, womit man den Krieg gegen dieſe Krone eröffnet hatte. Verloren war Alles, was die Schweden im innern Deutſchland beſaßen, und nur die Hauptplätze in Pommern behaupteten ſich noch. Ein einziger Feldzug reißt ſie aus dieſer tiefen Erniedrigung, und durch die mächtige Diver⸗ ſion, welche der ſiegende Bernhard den kaiſerlichen Waffen an den Ufern des Rheins macht, wird der ganzen Lage des Kriegs ein ſchneller Umſchwung geg ben.
Die Irrungen zwiſchen Frankreich und Schweden waren endlich beigelegt und der alte Tractat zwiſchen beiden Kronen zu Hamburg mit neuen Vortheilen für die Schweden beſtatigt worden. In Heſſen übernahm die ſtaatskluge Landgräfin Amalia mit Bewilligung der Stande, nach dem Abſterben Wilhelms, ihres Gemahls, die Regierung, und behauptet⸗ mit vieler Entſchloſſenheit gegen den Widerſpruch des Kaiſers und der Darmſtadtiſchen Linie ihre Rechte. Der ſchwediſche


