Teil eines Werkes 
9. Band (1838)
Entstehung
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Aufmerkſamkeit und Theilnahme auf dieſen einzelnen Staat einzuſchraͤnken. Sein Kreis erweitert ſich; er fängt an, aus dem Schickſale fremder Länder, die ſeines Glaubens ſind, ſich ſein eigenes zu weiſſagen und ihre Sache zu der ſeinigen zu machen. Nun erſt dürfen die Regenten es wagen, auswärtige Angelegenheiten vor die Verſammlung ihrer Landſtände zu bringen, nun erſt hoffen, ein williges Ohr und ſchuelle Hülfe zu finden. Dieſe auswärtigen Angelegenheiten ſind jetzt zu einheimiſchen geworden, und gern reicht man den Glaubens⸗ verwandten eine hülfreiche Hand, die man dem bloßen Nach⸗ bar, und noch mehr dem fernen Auslander verweigert hätte. Jetzt verläßt der Pfälzer ſeine Heimath, um für ſeinen franzö⸗ ſiſchen Glaubensbruder gegen den gemeinſchaftlichen Religions⸗ feind zu fechten. Der franzoͤſiſche Unterthan zieht das Schwert gegen ein Vaterland, das ihn mißhandelt, und geht hin, für Hollands Freiheit zu bluten. Jetzt ſieht man Schweizer gegen Schweizer, Deutſche gegen Deutſche im Streit gerüſtet, um an den Ufern der Loire und der Seine die Thronfolge in Frank⸗ reich zu entſcheiden. Der Daͤne geht über die Eider, der Schwede über den Belt, um die Ketten zu zerbrechen, die für Deutſchland geſchmiedet ſind.

Es iſt ſehr ſchwer zu ſagen, was mit der Reformation, was mit der Freiheit des deutſchen Reichs wohl geworden ſeyn würde, wenn das gefürchtete Haus Oeſterreich nicht Partei gegen ſie genommen hätte. So viel aber ſcheint erwieſen, daß ſich die oͤſterreichiſchen Prinzen auf ihrem Wege zur Univerfal⸗ Monarchie durch nichts mehr gehindert haben, als durch den hartnäckigen Krieg, den ſie gegen die neuen Meinungen führ⸗ ten. In keinem andern Falle, als unter dieſem, war es den ſchwaͤchern Fürſten möglich, die außerordentlichen Anſtrengun⸗ gen von ihren Staͤnden zu erzwingen, wodurch ſie der öſter⸗