Teil eines Werkes 
9. Band (1838)
Entstehung
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verſetzte, fühlte der Unterthan die Anſtrengungen nicht, von denen er in einer ruhigern Gemuüthslage erſchöpft wurde niedergeſunken ſeyn. Die Furcht vor der ſpaniſchen Inqui⸗ ſition, vor Bar tholomaͤusnaͤchten eroffnet dem Prinzen von Oranien, dem Admiral Coligny, der brittiſchen Konigin Eliſabeth, den proteſtantiſchen Fuͤrſten Deutſchlands Huͤlfs⸗ auellen bei ihren Völkern, die noch jetzt unbegreiflich ſind. Mit noch ſo großen eigenen Anſtrengungen aber würde . man gegen eine Macht wenig ausgerichtet haben, die auch dem machtigſten Fürſten, wenn er einzeln ſtand, überlegen war. In den Feiten einer noch wenig ausgebildeten Politik konnten aber nur zufällige Umſtaͤnde entfernte Staaten zu einer wechſelſeitigen Huͤlfleiſtung vermoͤgen. Die Verſchiedenheit der Verfaffung, der Geſetze, der Sprache, der Sitten, des Natjonal⸗

charakters, welche die Nationen und Länder in eben ſo viele verſchiedene Ganze abſonderte, und eine fortdauernde Scheide⸗

wand zwiſchen ſie ſtellte, machte den einen Staat unempfindlich.

gegen die Bedrangniſſe des andern, wo ihn nicht gar die

b Nationaleiferſucht zu einer feindſeligen Schadenfreude reizte.

Die Reformation ſtürzte dieſe Scheidewand. Ein lebhafteres, naͤher liegendes Intereſſe als der Nationalvortheil oder die . Vaterlandsliebe, und welches von bürgerlichen Verhäͤltniſſen

durchaus unabhaͤngig war, fing an, die einzelnen Bürger und ganze Staaten zu beſeelen. Dieſes Intereſſe konnte mehrere und ſelbſt die entlegenſten Staaten mit einander verbinden, und bei Unterthanen des naͤmlichen Staats konnte dieſes Band wegfallen. Der franzöſiſche Calviniſt hatte alſo mit dema refor⸗ mirten Genfer, Engländer, Deutſchen oder Hollaͤnder einen Berührungspunkt, den er mit ſeinem eigenen katholiſchen Mit⸗ 4

bürger nicht hatte. Er hörte alſo in einem ſehr wichtigen Punkte auf, Buͤrger eines einzelnen Staats zu ſeyn, ſeine