Teil eines Werkes 
9. Band (1838)
Entstehung
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barn Kraͤfte entlehnen, und durch Bün dniſſe unter einander eine Macht aufzuwägen ſuchen, gegen welche ſie einzeln nicht beſtanden.

Aber die großen politiſchen Aufforderungen, welche die Re⸗ genten hatten, ſich den Fortſchritten Oeſterreichs zu widerſetzen, hatten ihre Unterthanen nicht. Nur gegenwartige Vortheile oder gegenwaͤrtige Uebel ſind es, welche das Volk in Handlung ſetzen; und dieſe darf eine gute Staatskunſt nicht abwarten. Wie ſchlimm alſo fuͤr dieſe Fürſten, wenn nicht zum Glück ein anderes wirkſames Motiy ſich ihnen dargeboten hätte, das die Nationen in Leidenſchaft ſetzte, und einen Enthuſiasmus in ihnen entflammte, der gegen die politiſche Gefahr gerichtet werden konnte, weil er in dem naͤmlichen Gegenſtande mit derſelben zuſammentraf! Dieſes Motiv war der erklärte Haß gegen eine Religion gelche das Haus Oeſterreich beſchützte, die ſchwärmeriſche Anhanglichkeit an eine Lehre, welche dieſes Haus mit Feuer und Schwert zu vertilgen ſtrebte. Dieſe Anhanglichkeit war feurig, jener Haß war unüberwindlich; der Religionsfanatismus fürchtet das Entfernte; Schwärmerei 1 berechnet nie, was ſie aufopfert. Was die entſchiedenſte Gefahr des Staats nicht über ſeine Burger vermocht hätte, bewirkte die religiöſe Begeiſterung. Fuͤr den Staat, für das Intereſſe des Fürſten würden ſich wenig freiwillige Arme bewaffnet ha⸗ ben; für die Religion griff der Kaufmann, der Künſtler, der Landbauer freudig zum Gewehr. Für den Staat oder den Fürſten würde man ſich auch der kleinſten außerordentlichen Abgabe zu entziehen geſucht haben; an die Religion ſetzte man Gut und Blut, alle ſeine zeitlichen Hoffnungen. Dreifach ſtärkere Summen ſtroͤmen jetzt in den Schatz des Fürſten;

dreifach ſtärkere Heere rücken in das Feld; und in der hefti⸗ gen Bewegung, worein die nahe Religionsgefahr alle Gemuͤther