Teil eines Werkes 
9. Band (1838)
Entstehung
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der ſpaniſchen Unterſtützung zu entbehren, die aber durch eine Begünſtigung der neuen Religion durchaus verſcherzt war. Auch forderte die Kaiſerwuͤrde ſie auf, das deutſche Reichs⸗ ſyſtem zu beſchützen, wodurch ſie ſelbſt ſich als⸗Kaiſer behaup⸗ teten, und welches der proteſtantiſche Reichstheil zu ſtürzen ſtrebte. Rechnet man dazu die Kaͤlte der Proteſtanten gegen die Bedrängniſſe der Kaiſer und gegen die gemeinſchaftlichen Gefahren des Reichs, ihre gewaltſamen Eingriffe in das Zeit⸗ liche der Kirche, und ihre Feindſeligkeiten, wo ſie ſich als die Stäarkern fühlten; ſo begreift man, wie ſo viele zuſammen⸗ wirkende Gründe die Kaiſer auf der Seite des Papſtthums er⸗ halten, wie ſich ihr eigener Vortheil mit dem Vortheile der katholiſchen Religion aufs genaueſte vermengen mußte. Da vielleicht das ganze Schickſal dieſer Religion von dem Entſchluſſe abhing, den das Haus Oeſterreich ergriff, ſo mußte man die öſterreichiſchen Prinzen durch ganz Europa als die Saulen des Papſtthums betrachten. Der Haß der Proteſtanten gegen letzteres kehrte ſich darum auch einſtimmig gegen Oeſterreich, und ver⸗ mengte nach und nach den Beſchützer mit der Sache, die er beſchuͤtzte.

Aber eben dieſes Haus Oeſterreich, der unverſöhnliche Gegner der Reformation, ſetzte zugleich durch ſeine ehrgeizigen Entwüͤrfe, die von einer überlegenen Macht unterſtützt waren, die politiſche Freiheit der europaiſchen Staaten, und beſonders der deutſchen Stände, in nicht geringe Gefahr. Dieſer Umſtand mußte letztere aus ihrer Sicherheit aufſchrecken und auf ihre Selbſt⸗ vertheidigung aufmerkſam machen. Ihre gewöhnlichen Hülfs⸗ mittel würden nimmermehr hingereicht haben, einer ſo dro⸗ henden Macht zu widerſtehen. Außerordentliche Anſtren⸗ gungen mußten ſie von ihren Unterthanen verlangen, und, da auch dieſe bei weitem nicht hinreichten, von ihren Nach⸗