ging unnnterdruckt und frei aus dieſem fürchterlichen Kriege, in welchem es ſich zum erſren Mal als eine zuſammenhängende Staatengeſellſchaft erkannt hatte; und dieſe Theilnehmung der Staaten an einander, welche ſich in dieſem Kriege eigentlich erſt bildete, wäre allein ſchon Gewinn genug, den Weltburger mit ſeinen Schrecken zu verſöhnen. Die Hand des Fleißes hat un⸗ vermerkt alle verderblichen Spuren dieſes Kriegs wieder aus⸗ gelöſcht; aber die wohlthätigen Folgen, von denen er begleitet war, ſind geblieben. Eben dieſe allgemeine Staatenſympathie, welche den Stoß in Böhmen dem halben Europa⸗ mittheilte, bewacht jetzt den Frieden, der dieſem Kriege ein Ende machte. So wie die Flamme der Verwüſtung aus dem Innern Böh⸗ mens, Mahrens und Oeſterreichs einen Weg fand, Deutſchland, Frankreich, das halbe Europa zu e utzünden, ſo wird die Fackel der Cultur von dieſen Staaten aus einen Weg ſich öffnen, jene Länder zu erleuchten. 15 lc. Die Religion wirkte dieſes Alles. Durch ſie allein wurde möglich, was geſchah, aber es fehlte wiel, daß es für ſie und ihrentwegen unternommen worden ware. Hätte nicht der Privatvortheil, nicht das Staatsintereſſe ſich ſchnell damit ver⸗ einigt, nie würde die Stimme der Theologen und des Volks ſo bereitwillige Fürſten, nie die neue Lehre ſozahlreiche, ſo tapfere, ſo beharrliche Verfechter gefunden haben. Ein großer Antheil an der Kirchenrevolution gebührt unſtreitig der, ſiegenden Ge⸗ walt der Wahrheit, oder deſſen, was mit Wahrheit verwechſelt wurde. Die Mißbraͤuche in der alten Kirche, das Abgeſchmackte mancher ihrer Lehren, das Uebertriebene in ihren Forderungen,. mußte nothwendig ein Gemüth empören, das von der Ahnung eines beſſern Lichts ſchon gewonnen war, mußte es geneigt machen, die verbeſſerte Religion zu umfaſſen. Der Reiz der unabhangigkeit, die reiche Beute der geiſtlichen Stifter, mußte
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