Teil eines Werkes 
8. Band (1838)
Entstehung
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lichkeit fortzufahren, ſo iſt kein Zweifel, daß man ſich einen Durchgang geoͤffnet und dadurch wahrſcheinlich die ganze Be⸗ lagerung geendigt haben wuͤrde. Aber auch hier zeigte ſich der Mangel an Folge, welchen man den Antwerpern im ganzen Laufe dieſer Begebenheit zur Laſt legen muß. Der Eifer, mit dem man die Arbeit angefangen, erkaltete in demſelben Maße, als das Gluͤck ihn begleitete. Bald fand man es viel zu lang⸗ weilig und muͤhſam, den Deich zu durchgraben; man hielt fuͤr beſſer, die großen Laſtſchiffe in kleinere auszuladen, welche man ſodann mit ſteigender Fluth nach der Stadt ſchaffen wollte. St. Aldegonde und Hohenlohe, anſtatt durch ihre perſon⸗ liche Gegenwart den Fleiß der Arbeiter anzufeuern, verließen gerade im entſcheidenden Moment den Schauplatz der Hand⸗ lung, um mit einem Getreideſchiff nach der Stadt zu fahren, und dort die Lobſpruͤche uͤber ihre Weisheit und Tapferkeit in Empfang zu nehmen. ¹)

Waͤhrend daß auf dem Damme von beiden Theilen mit der hartnaͤckigſten Hitze gefochten wurde, hatte man die Schelde⸗ Bruͤcke von Antwerpen aus mit neuen Maſchinen beſtuͤrmt, um die Aufmerkſamkeit des Herzogs auf dieſer Seite zu be⸗ ſchaͤftigen. Aber der Schall des Geſchützes vom Damme her entdeckte demſelben bald, was dort vorgehen mochte, und er eilte, ſobald er die Bruͤcke befreit ſah, in eigener Perſon den Deich zu entſetzen. Von zweihundert ſpaniſchen Pikenrern be⸗ gleitet, flog er an den Ort des Angriffs, und erſchien noch gerade zur rechten Zeit auf dem Kampfplatze, um die voͤllige Niederlage der Seinigen zu verhindern. Eiligſt warf er einige Kanonen, die er mitgebracht hatte, in die zwei naͤchſten Re⸗ douten, und ließ von da aus nachdruͤcklich auf die feindlichen

1) Meteren 494.