Teil eines Werkes 
8. Band (1838)
Entstehung
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Male die noͤthige Friſt, den Schaden auszubeſſern. Der Ar⸗ chimed von Antwerpen ließ ſich durch alle dieſe Fehlſchlaͤge kei⸗ neswegs irre machen. Er ruͤſtete aufs neue zwei große Fahr⸗ zeuge aus, welche mit eiſernen Haken und aͤhnlichen Inſtru⸗ menten bewaffnet waren, um die Bruͤcke mit Gewalt zu durch⸗ rennen. Aber wie es nunmehr dazu kam, ſolche auslaufen zu laſſen, fand ſich Niemand, der ſie beſteigen wollte. Der Kuͤnſtler mußte alſo darauf denken, ſeinen Maſchinen von ſelbſt eine ſolche Richtung zu geben, daß ſie auch ohne Steuermann die Mitte des Waſſers hielten, und nicht, wie die vorigen, von dem Winde dem ufer zugetrieben wuͤrden. Einer von ſeinen Arbeitern, ein Deutſcher, verfiel hier auf eine ſonderbare Er⸗ findung, wenn man ſie anders dem Stradan) nacherzaͤhlen darf. Er brachte ein Segel unter dem Schiffe an, welches eben ſo von dem Waſſer, wie die gewoͤhnlichen Segel von dem Winde angeſchwellt werden, und auf dieſe Art das Schiff mit der ganzen Gewalt des Stroms forttreiben koͤnnte. Der Erfolg lehrte auch, daß er richtig gerechnet hatte, denn dieſes Schiff mit verkehrten Segeln folgte nicht nur in ſtrenger Richtung der eigentlichen Mitte des Stroms, ſondern rannte auch mit ſolcher Heftigkeit gegen die Bruͤcke, daß es dem Feinde nicht Zeit ließ, dieſe zu eroͤffnen, und ſie wirklich auseinander ſprengte. Aber alle dieſe Erfolge halfen der Stadt zu nichts, weil ſie auf Gerathewohl unternommen und durch keine hinlaͤngliche Macht unterſtuͤtzt wurden. Von einem neuen Minenſchiffe, welches Gianibelli nach Art des erſten, das ſo gut operirt hatte, zubereitete und mit viertauſend Pfund Schießpulver an⸗ fuͤllte, wurde gar kein Gebrauch gemacht, weil es den Ant⸗

¹) Dec. II. Libr VI. 586.

Schillers ſaͤmmtl. Werke. VIII.