Teil eines Werkes 
8. Band (1838)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

448

beſtaͤndigen Laͤrm der Trompeten und Trommeln, welche laͤngs der ganzen Bruͤcke vertheilt waren, um das Geraͤuſch der Werkleute zu uͤbertönen. Mit Anbruch des Tages waren von der Verwuͤſtung der Nacht wenige Spuren mehr zu ſehen, und obgleich die Bruͤcke nur dem Scheine nach wieder hergeſtellt war, ſo taͤuſchte doch dieſer Anblick die Kundſchafter, und der Angriff unterblieb. Mittlerweile gewann der Herzog Friſt, die Ausbeſſerung gruͤndlich zu machen, ja, ſogar in der Structur der Bruͤcke einige weſentliche Veraͤnderungen anzubringen. Um ſie vor kuͤnftigen Unfaͤllen aͤhnlicher Art zu verwahren, wurde ein Theil der Schiffbruͤcke beweglich gemacht, ſo daß derſelbe im Nothfalle weggenommen und den Brandern der Durchzug ge⸗ oͤffnet werden konnte. Den Verluſt, welchen er an Mannſchaft erlitten, erſetzte der Herzog durch Garniſonen aus den benach⸗ barten Plaͤtzen und durch ein deutſches Regiment, das ihm gerade zu rechter Zeit aus Geldern zugefuͤhrt wurde. Er beſetzte die Stellen der gebliebenen Officiere, wobei der ſpaniſche Faͤhn⸗ drich, der ihm das Leben gerettet, nicht vergeſſen wurde. ¹)

Die Antwerper, nachdem ſie den gluͤcklichen Erfolg ihres Minenſchiffs in Erfahrung gebracht, huldigten nun dem Er⸗ finder desſelben eben ſo leidenſchaftlich, als ſie ihn kurz vorher gemißhandelt hatten, und forderten ſein Genie zu neuen Ver⸗ ſuchen auf. Gianibelli erhielt nun wirklich eine Anzahl von Playten, wie er ſie anfangs, aber vergeblich, verlangt hatte, und dieſe ruͤſtete er auf eine ſolche Art aus, daß ſie mit un⸗ widerſtehlicher Gewalt an die Bruͤcke ſchlugen, und ſolche auch wirklich zum zweiten Male auseinander ſprengten. Dießmal aber war der Wind der ſeelaͤndiſchen Flotte entgegen, daß ſie nicht auslaufen konnte, und ſo erhielt der Herzog zum zweiten

1) Strada 581 sq.