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ſequenz konnte ſich nur eine Regierung ſchuldig machen, die ohne alles Anſehen und alle Selbſtſtaͤndigkeit Rath bei der Menge holt, uͤber welche ſie herrſchen ſollte. Je unthaͤtiger man ſich indeſſen gegen den Feind verhielt, deſto heftiger ließ man ſeine Wuth gegen Gianibelli aus, den der raſende Poͤbel in Stuͤcken reißen wollte. Zwei Tage ſchwebte dieſer Kuͤnſtler in der augenſcheinlichſten Lebensgefahr, bis endlich am dritten Morgen ein Bote von Lillo, der unter der Bruͤcke hindurch⸗ geſchwommen, von der wirklichen Zerſtoͤrung der Bruͤcke, zu⸗ gleich aber auch von der voͤlligen Wiederherſtellung derſelben beſtimmten Bericht abſtattete. ¹)
Dieſe ſchleunige Ausbeſſerung der Bruͤcke war ein wahres Wunderwerk des Herzogs von Parma. Kaum hatte ſich dieſer von dem Schlage erholt, der alle ſeine Entwuͤrfe darnieder zu ſtuͤrzen ſchien, ſo wußte er mit einer bewundernswuͤrdigen Gegenwart des Geiſtes allen ſchlimmen Folgen desſelben zuvor⸗ zukommen. Das Ausdleiben der feindlichen Flotte in dieſem entſcheidenden Augenblicke belebte aufs neue ſeine Hoffnung. Noch ſchien der ſchlimme Zuſtand ſeiner Bruͤcke den Feinden ein Geheimniß zu ſeyn, und war es gleich nicht moͤglich, das Werk ſo vieler Monate in wenigen Stunden wiederherzuſtellen, ſo war ſchon Vieles gewonnen, wenn man auch nur den Schein davon zu erhalten wußte. Alles mußte daher Hand ans Werk legen, die Truͤmmer wegzuſchaffen, die umgeſtuͤrzten Balken wieder aufzurichten, die zerbrochenen zu erſetzen, die Luͤcken mit Schiffen auszufuͤllen. Der Herzog ſelbſt entzog ſich der Arbeit nicht, und ſeinem Beiſpiele folgten alle Officiere. Der gemeine Mann, durch dieſe Popularitaͤt angefeuert, that ſein Aeußerſtes; die ganze Nacht durch wurde die Arbeit fortgeſetzt unter dem
1) Meteren 496.


