Teil eines Werkes 
8. Band (1838)
Entstehung
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dem, der gefuͤrchtet wird, kommen ſelten die feinern Bande zu gut, welche Gleiches mit Gleichem zuſammenhalten. Philipp ſelbſt hatte die Wahrheit aus dem politiſchen Umgange ver⸗ wieſen, er ſelbſt die Sittlichkeit zwiſchen Koͤnigen aufgeloͤst, und die Hinterliſt zur Gottheit des Cabinets gemacht. Ohne ſeiner Ueberlegenheit jemals froh zu werden, mußte er ſein ganzes Leben hindurch mit der Eiferſucht ringen, die ſie ihm bei Andern erweckte. Europa ließ ihn fuͤr den Mißbrauch einer Gewalt buͤßen, von der er in der That nie den ganzen Ge⸗ brauch gehabt hatte.

Bringt man gegen die Ungleichheit beider Kaͤmpfer, die auf den erſten Anblick ſo ſehr in Erſtaunen ſetzt, alle Zufaͤlle in Berechnung, welche jenen anfeindeten und dieſen beguͤnſtigten, ſo verſchwindet das Uebernatuͤrliche dieſer Begebenheit, aber das Außerordentliche bleibt und man hat einen richtigen Maß⸗ ſtab gefunden, das eigene Verdienſt dieſer Republicaner um ihre Freiheit angeben zu koͤnnen. Doch denke man nicht, daß dem Unternehmen ſelbſt eine ſo genaue Berechnung der Kraͤfte vorangegangen ſey, oder daß ſie beim Eintritt in dieſes un⸗ gewiſſe Meer ſchon das Ufer gewußt haben, an welchem ſie nachher landeten. So reif als es zuletzt da ſtand in ſeiner Vollendung, erſchien das Werk nicht in der Idee ſeiner Urheber ſo wenig, als vor Luthers Geiſte die ewige Glaubenstrennung, da er gegen den Ablaßkram aufſtand. Welcher Unterſchied zwiſchen dem beſcheidenen Aufzuge jener Bettler in Bruͤſſel, die um eine menſchlichere Behandlung, als um eine Gnade flehen, und der furchtbaren Majeſtaͤt eines Freiſtaats, der mit Koͤnigen als ſeines Gleichen unterhandelt, und in weniger als einem Jahrhundert den Thron ſeiner vormaligen Tyrannen verſchenkt! Des Fatums unſichtbare Hand fuͤhrte den abgedruͤckten Pfeil in einem hoͤhern Bogen und nach einer ganz andern Richtung