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Gleichwie die Bedruͤckung des niederlaͤndiſchen Volks eine Angelegenheit aller Menſchen wurde, die ihre Rechte fuͤhlten, eben ſo, moͤchte man denken, haͤtte der Ungehorſam und Abfall dieſes Volks eine Auffordernng an alle Furſten ſeyn ſollen, in der Gerechtſame ihres Nachbars ihre eigene zu ſchuͤtzen. Aber die Eiferſucht uͤber Spanien gewann es dießmal uͤber dieſe politiſche Sympathie, und die erſten Maͤchte Europens traten, lauter oder ſtiller, auf die Seite der Freiheit. Kaiſer Maxi⸗ milian der Zweite, obgleich dem ſpaniſchen Hauſe durch Bande der Verwandtſchaft verpflichtet, gab ihm gerechten An⸗ laß zu der Beſchuldigung, die Partei der Rebellen ingeheim beguͤnſtigt zu haben. Durch das Anerbieten ſeiner Ver⸗ mittelung geſtand er ihren Beſchwerden ſtillſchweigend einen Grad von Gerechtigkeit zu, welches ſie aufmuntern mußte, deſto ſtandhafter darauf zu beharren. Unter einem Kaiſer, der dem ſpaniſchen Hofe aufrichtig ergeben geweſen waͤre, haͤtte Wilhelm von Oranien ſchwerlich ſo viele Truppen und Gelder aus Deutſchland gezogen. Frankreich, ohne den Frieden offenbar und foͤrmlich zu brechen, ſtellte einen Prinzen vom Gebluͤte an die Spitze der niederlaͤndiſchen Rebellen; die Operationen der Letztern wurden groͤßtentheils mit franzoͤſiſchem Gelde und Truppen vollfuͤhrt. Ekliſabeth von England uͤbte nur eine gerechte Rache und Wiedervergeltung aus, da ſie die Aufruͤhrer gegen ihren rechtmaͤßigen Oberherrn in Schutz nahm, und wenn gleich ihr ſparſamer Beiſtand hoͤchſtens nur hinreichte, den gaͤnzlichen Ruin der Republik abzuwehren, ſo war dieſes in einem Zeitpunkte ſchon unendlich viel, wo ihren erſchoͤpften Muth Hoffnung allein noch hinhalten konnte. Mit dieſen bei⸗ den Maͤchten ſtand Philipp damals noch im Buͤndniſſe des Friedens, und beide wurden zu Verraͤthern an ihm. Zwiſchen dem Starken und Schwachen iſt Redlichkeit oft keine Tugend;


