Teil eines Werkes 
8. Band (1838)
Entstehung
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Geduld uͤbte, als die Ruhmbegierde vergnuͤgte, wobei weniger Gefahr als Beſchwerlichkeit und Mangel zu bekaͤmpfen war. Weder ihr perſoͤnlicher Muth, noch ihre lange kriegeriſche Er⸗ fahrung konnten ihnen in einem Lande zu Statten kommen, deſſen eigenrhuͤmliche Beſchaffenheit oft auch dem Feigſten der Eingebornen uͤber ſie Vortheile gab. Auf einem fremden Boden endlich ſchadete ihnen eine Niederlage mehr, als viele Siege uͤber einen Feind, der hier zu Hauſe war, ihnen nuͤtzen konn⸗ ten. Mit den Rebellen war es gerade der umgekehrte Fall. In einem ſo langwierigen Kriege, wo keine entſcheidende Schlacht geſchah, mußte der ſchwaͤchere Feind zuletzt von dem ſtaͤrkern lernen, kleine Niederlagen ihn an die Gefahr ge⸗ woͤhnen, kleine Siege ſeine Zuverſicht befeuern. Bei Eroͤffnung des Buͤrgerkrieges hatte ſich die republicaniſche Armee vor der ſpaniſchen im Felde kaum zeigen duͤrfen; ſeine lange Dauer ubte und haͤrtete ſie. Wie die koͤniglichen Heere des Schlagens uͤber⸗ druͤſſig wurden, war das Selbſtvertrauen der Rebellen mit ihrer beſſern Kriegszucht und Erfahrung geſtiegen. Endlich, nach einem halben Jahrhundert, gingen Meiſter und Schuͤler, un⸗ uͤberwunden, als gleiche Kaͤmpfer auseinander.

Kerner wurde im ganzen Verlaufe dieſes Krieges von Seiten der Rebellen mit mehr Zuſammenhang und Einheit gehandelt, als von Seiten des Koͤnigs. Ehe jene ihr erſtes Oberhaupt verloren, war die Verwaltung der Niederlande durch nicht we⸗ niger als fuͤnf verſchiedene Haͤnde gegangen. Die Unentſchluͤſſig⸗ keit der Herzogin von Parma theilte ſich dem Cabinette zu Madrid mit, und ließ es in kurzer Zeit beinahe alle Staats⸗ maximen durchwandern. Herzog Alba's unbeugſame Haͤrte, die Gelindigkeit ſeines Nachfolgers Requescens, Don Johanns von Oeſterreich Hinterliſt und Tuͤcke, und der lebhafte caͤſariſche Geiſt des Prinzen von Parma gaben dieſem

Schillers ſaͤmmtl. Werke. VIII. 2