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Kriege eben ſo viel entgegengeſetzte Richtungen, waͤhrend daß der Plan der Rebellion in dem einzigen Kopfe, worin er klar und lebendig wohnte, immer derſelbe blieb. Das groͤßere Uebel war, daß die Marime mehrentheils das Moment verfehlte, in welchem ſie anzuwenden ſeyn mochte. Im Anfange der Un⸗ ruhen, wo das Uebergewicht augenſcheinlich noch auf Seiten des Koͤnigs war, wo ein raſcher Entſchluß und maͤnnliche Stetigkeit die Rebellion noch in der Wiege erdruͤcken konnten, ließ man den Zuͤgel der Regierung in den Haͤnden eines Weibes ſchlaff hin und her ſchwanken. Nachdem die Empoͤrung zum wirklichen Ausbruche gekommen war, die Kraͤfte der Faction und des Koͤnigs ſchon mehr im Gleichgewichte ſtanden, und eine kluge Geſchmeidigkeit allein dem nahen Buͤrgerkriege wehren konnte, fiel die Statthalterſchaft einem Manne zu, dem zu dieſem Poſten gerade dieſe einzige Tugend fehlte. Einem ſo wachſamen Aufſeher, als Wilhelm der Verſchwiegene war, entging keiner der Vortheile, die ihm die fehlerhafte Politik ſeines Gegners gab, und mit ſtillem Fleiße ruͤckte er langſam ſein großes Unternehmen zum Ziele.
Aber warum erſchien Philipp der Zweite nicht ſelbſt in den Niederlanden? warum wollte er lieber die unnatuͤrlichſten Mittel erſchoͤpfen, um nur das einzige nicht zu verſuchen, welches nicht fehlſchlagen konnte? Die uͤppige Gewalt des Adels zu brechen, war kein Ausgang natuͤrlicher, als die perſoͤnliche Gegenwart des Herrn. Neben der Majeſtaͤt mußte jede Privat⸗ groͤße verſinken, jedes andere Anſehen erloͤſchen. Anſtatt daß die Wahrheit durch ſo viele unreine Canaͤle langſam und truͤbe nach dem entlegenen Throne floß, daß die verzoͤgerte Gegenwehr dem Werke des Ungefaͤhrs Zeit ließ, zu einem Werke des Ver⸗ ſtandes zu reifen, haͤtte ſein eigner durchdringender Blick Wahr⸗ heit von Irrthum geſchieden; nicht ſeine Menſchlichkeit, kalte


