16
verbreitet; Europa aber empfing ſeine vermehrten Beduͤrfniſſe groͤßtentheils aus den Haͤnden der Niederlaͤnder, die den Han⸗ del der ganzen damaligen Welt beherrſchten, und den Preis aller Waaren beſtimmten. Sogar waͤhrend dieſes Krieges konnte Philipp der Republik Holland den Handel mit ſeinen eigenen Unterthanen nicht wehren, ja, er konnte dieſes nicht einmal wuͤnſchen. Er ſelbſt zahlte den Rebellen die Unkoſten ihrer Vertheidigung; denn eben der Krieg, der ſie aufreiben ſollte, vermehrte den Abſatz ihrer Waaren. Der ungeheure Aufwand fuͤr ſeine Flotten und Armeen floß groͤßtentheils in die Schatzkammer der Republik, die mit den flaͤmiſchen und brabantiſchen Handelsplaͤtzen in Verbindung ſtand. Was Phi⸗ lipp gegen die Rebellen in Bewegung ſetzte, wirkte unmittelbar fuͤr ſie. Alle die unermeßlichen Summen, die ein vierzigjaͤh⸗ riger Krieg verſchlang, waren in die Faͤſſer der Danaiden ge⸗ goſſen, und zerrannen in einer bodenloſen Tiefe.
Der traͤge Gang dieſes Krieges that dem Koͤnige von Spa⸗ nien eben ſo vielen Schaden, als er den Rebellen Vortheile brachte. Seine Armee war groͤßtentheils aus den Ueberreſten jener ſiegreichen Truppen zuſammengefloſſen, die unter Karl dem Fuͤnften bereits ihre Lorbeern geſammelt hatten. Alter und lange Dienſte berechtigten ſie zur Ruhe; Viele unter ihnen, die der Krieg bereichert hatte, wuͤnſchten ſich ungednldig nach ihrer Heimath zuruͤck, ein muͤhevolles Leben gemaͤchlich zu enden. Ihr vormaliger Eifer, ihr Heldenfeuer und ihre Mannszucht ließen in eben dem Grade nach, als ſie ihre Ehre und Pflicht gelost zu haben glaubten, und die Fruͤchte ſo vieler Feldzuͤge
endlich zu ernten anfingen. Dazu kam, daß Truppen, die ge⸗
wohnt waren, durch den Ungeſtuͤm ihres Angriffs jeden Wider⸗ ſtand zu beſtegen, ein Krieg ermuͤden mußte, der weniger mit Menſchen, als mit Elementen gefuͤhrt wurde, der mehr die


