Teil eines Werkes 
8. Band (1838)
Entstehung
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Leben; aber die Reformation gedeihte unter den Verwuͤſtungen ſeines Schwerts, und die neue Republik hob aus Buͤrgerblut ihre ſiegende Fahne.

Dieſe unnatuͤrliche Wendung der Dinge ſcheint an ein Wunder zu graͤnzen; aber Vieles vereinigte ſich, die Gewalt dieſes Koͤnigs zu brechen und die Fortſchritte des jungen Staats zu beguͤnſtigen. Waͤre das ganze Gewicht ſeiner Macht auf die vereinigten Provinzen gefallen, ſo war keine Rettung fuͤr ihre Religion, ihre Freiheit. Sein eigner Ehrgeiz kam ihrer Schwaͤche zu Huͤlfe, indem er ihn noͤthigte, ſeine Macht zu theilen. Die koſtbare Politik, in jedem Cabinet Europens Verraͤther zu be⸗ ſolden, die Unterſtuͤtzung der Ligue in Frankreich, der Aufſtand der Mauren in Grenada, Portugals Eroberung und der praͤch⸗ tige Bau von Escurial erſchoͤpften endlich ſeine ſo unermeßlich ſcheinenden Schaͤtze, und unterſagten ihm, mit Lebhaftigkeit und Nachdruck im Felde zu handeln. Die deutſchen und italieniſchen Truppen, die nur die Hoffnung der Beute unter ſeine Fahnen gelockt hatte, empoͤrten ſich jetzt, weil er ſie nicht bezahlen konnte, und verließen treulos ihre Fuͤhrer im entſcheidenden Moment ihrer Wirkſamkeit. Dieſe fuͤrchterlichen Werkzeuge der Unter⸗ druͤckung kehrten jetzt ihre gefaͤhrliche Macht gegen ihn ſelbſt, und wuͤtheten feindlich in den Provinzen, die ihm treu geblieben waren. Jene ungluͤckliche Ausruͤſtung gegen Britannien, an die er, gleich einem raſenden Spieler, die ganze Kraft ſeines Koͤnig⸗ reichs wagte, vollendete ſeine Entnervung; mit der Armada ging der Tribut beider Indien und der Kern der ſpaniſchen Heldenzucht unter.

Aber in eben dem Maße, wie ſich die ſpaniſche Macht er⸗ ſchoͤpfte, gewann die Republik friſches Leben. Die Luͤcken, welche die neue Religion, die Tyrannei der Glaubensgerichte, die wuͤ⸗ thende Raubſucht der Soldateska, und die Verheerungen eines