Teil eines Werkes 
8. Band (1838)
Entstehung
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raͤther gab ihr in dieſem neuen Landesvater⸗das Schickſal, und in dem drangvollſten Zeitpunkte, wo der unerbittliche Feind vor den Thoren ſchon ſtuͤrmet, taſtet Karl von Anjon die Frei⸗ heit an, zu deren Schutz er gerufen worden. Eines Meuchel⸗ moͤrders Hand reißt noch den Steuermann von dem Ruder, ihr Schickſal ſcheint vollendet, mit Wilhelm von Oranien alle ihre rettenden Engel geflohen aber das Schiff fliegt im Sturme, und die wallenden Segel beduͤrfen des Ruderers Huͤlfe nicht mehr.

Philipp der Zweite ſieht die Frucht einer That verloren, die ihm ſeine fuͤrſtliche Ehre, und wer weiß, ob nicht den heim⸗ lichen Stolz ſeines ſtillen Bewußtſeyns koſtet. Hartnaͤckig und ungewiß ringt mit dem Deſpotismus die Freiheit; moͤrderiſche Schlachten werden gefochten; eine glaͤnzende Heldenreihe wechſelt auf dem Felde der Ehre; Flandern und Brabant war die Schule, die dem kommenden Jahrhundert Feldherren erzog. Ein langer verwuͤſtender Krieg zertritt den Segen des offenen Landes, Sie⸗ ger und Beſiegte verbluten, waͤhrend daß der werdende Waſſer⸗ ſtaat den fliehenden Fleiß zu ſich lockte, und auf den Truͤmmern ſeines Nachbars den herrlichen Bau ſeiner Groͤße erhub. Vierzig Jahre dauerte ein Krieg, deſſen gluͤckliche Endigung Philipps ſterbendes Auge nicht erfreute, der ein Paradies in Europa vertilgte, und ein neues aus ſeinen Ruinen erſchuf, der die Bluͤthe der kriegeriſchen Jugend verſchlang, einen ganzen Welt⸗ theil bereicherte, und den Beſitzer des goldreichen Peru zum armen Manne machte. Dieſer Monarch, der, ohne ſein Land zu druͤcken, neunmalhundert Tonnen Goldes verſchwenden durfte, der noch weit mehr durch tyranniſche Kuͤnſte erzwang, haͤufte eine Schuld von hundert und vierzig Millionen Ducaten auf ſein entvoͤlkertes Land. Ein unverſoͤhnlicher Haß der Freiheit ver⸗ ſchlang alle dieſe Schaͤtze und verzehrte fruchtlos ſein koͤnigliches