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Philipp der Zweite, der maͤchtigſte Souveraͤn ſeiner Zeit, deſſen gefuͤrchtete Uebermacht ganz Europa zu verſchlingen droht, deſſen Schaͤtze die vereinigten Reichthuͤmer aller chriſtlichen Koͤnige uͤberſteigen, deſſen Flotten in allen Meeren gebieten; ein Monarch, deſſen gefaͤhrlichen Zwecken zahlreiche Heere dienen, Heere, die durch lange blutige Kriege und eine roͤmiſche Mannszucht ge⸗ haͤrtet, durch einen trotzigen Nationalſtolz begeiſtert, und erhitzt durch das Andenken erfochtener Siege, nach Ehre und Beute duͤrſten, und ſich unter dem verwegenen Genie ihrer Fuͤhrer als folgſame Glieder bewegen— dieſer gefuͤrchtete Menſch, Einem hartnaͤckigen Entwurfe hingegeben, Ein Unternehmen die raſtloſe Arbeit ſeines langen Regentenlaufs, alle dieſe furcht⸗ baren Huͤlfsmittel auf einen einzigen Zweck gerichtet, den er am Abend ſeiner Tage unerfuͤllt aufgeben muß— Philipp der Zweite, mit wenigen ſchwachen Nationen im Kampfe, den er nicht endigen kann!
Und gegen welche Nationen? Hier ein friedfertiges Fiſcher⸗ und Hirtenvolk, in einem vergeſſenen Winkel Europens, den es noch muͤhſam der Meeresfluth abgewann; die See ſein Gewerbe, ſein Reichthum und ſeine Plage, eine freie Armuth ſein hoͤchſtes Gut, ſein Ruhm ſeine Tugend. Dort ein gut⸗ artiges, geſittetes Handelsvolk, ſchwelgend von den uͤppigen Fruͤchten eines geſegneten Fleißes, wachſam auf Geſetze, die ſeine Wohlthaͤter waren. In der gluͤcklichen Muße des Wohl⸗ ſtandes verlaͤßt es der Beduͤrfniſſe aͤngſtlichen Kreis, und lernt nach hoͤherer Befriedigung duͤrſten. Die neue Wahrheit, deren erfreuender Morgen jetzt uͤber Europa hervorbricht, wirft einen befruchtenden Strahl in dieſe guͤnſtige Zone, und freudig empfaͤngt der freie Buͤrger das Licht, dem ſich gedruͤckte traurige Sklaven verſchließen. Ein froͤhlicher Muthwille, der gern den Ueberfluß und die Freiheit begleitet, reizt es an, das Anſehen verjaͤhrter


