Beiſpiel zu geben, was Menſchen wagen duͤrfen fuͤr die gute Sache, und ausrichten moͤgen durch Vereinigung.
Es iſt nicht das Außerordentliche oder Heroiſche dieſer Be⸗ gebenheit, was mich anreizt, ſie zu beſchreiben. Die Jahr⸗ buͤcher der Welt haben uns aͤhnliche Unternehmungen aufbewahrt, die in der Anlage noch kuͤhner, in der Ausfuͤhrung noch glaͤnzen⸗ der erſcheinen. Manche Staaten ſtuͤrzten mit einer praͤchtigern Erſchuͤtterung zuſammen, mit erhabenerm Schwunge ſtiegen andere auf. Auch erwarte man hier keine hervorragenden koloſſaliſchen Menſchen, keine der erſtaunenswuͤrdigen Thaten, die uns die Geſchichte vergangener Zeiten in ſo reichlicher Fuͤlle darbietet. Jene Heiten ſind vorbei, jene Menſchen ſind nicht mehr. Im weichlichen Schooße der Verfeinerung haben wir die Kraͤfte erſchlaffen laſſen, die jene Zeitalter uͤbten und noth⸗ wendig machten. Mit niedergeſchlagener Bewunderung ſtaunen wir jetzt dieſe Rieſenbilder an, wie ein entnervter Greis die mannhaften Spiele der Jugend. Nicht ſo bei vorliegender Ge⸗ ſchichte. Das Volk, welches wir hier auftreten ſehen, war das friedfertigſte dieſes Welttheils, und weniger, als ſeine Nachbarn, jenes Heldengeiſtes faͤhig, der auch der geringfuͤgigſten Hand⸗ lung einen hoͤhern Schwung gibt. Der Drang der Umſtaͤnde uͤber⸗ raſchte es mit ſeiner eigenen Kraft, und noͤthigte ihm eine vor⸗ uͤbergehende Groͤße auf, die es nie haben ſollte, und vielleicht nie wieder haben wird. Es iſt alſo gerade der Mangel an heroiſcher Groͤ⸗ ße, was dieſe Begebenheit eigenthuͤmlich und unterrichtend macht, und wenn ſich andere zum Zwecke ſetzen, die Ueberlegenheit des Ge⸗ nie's uͤber den Zufall zu zeigen, ſo ſtelle ich hier ein Gemaͤlde auf⸗ wo die Noth das Genie erſchuf, und die Zufaͤlle Helden machten.
Waͤre es irgend erlaubt, in menſchliche Dinge eine hoͤhere Vorſicht zu flechten, ſo waͤre es bei dieſer Geſchichte, ſo wieder⸗ ſprechend erſcheint ſie der Vernunft und allen Erfahrungen.


