Einleitung.
Eine der merkwuͤrdigſten Staatsbegebenheiten, die das ſech⸗ zehnte Jahrhundert zum glaͤnzendſten der Welt gemacht haben, duͤnkt mir die Gruͤndung der niederlaͤndiſchen Freiheit. Wenn die ſchimmernden Thaten der Ruhmſucht und einer verderblichen Herrſchbegierde auf unſere Bewunderung Anſpruch machen, wie viel mehr eine Begebenheit, wo die bedraͤngte Menſchheit um ihre edelſten Rechte ringt, wo mit der guten Sache ungewoͤhnliche Kraͤfte ſich paaren, und die Hülfsmittel entſchloſſener Ver⸗ zweiflung uͤber die furchtbaren Kuͤnſte der Tyrannei in ungleichem Wettkampfe ſiegen. Groß und beruhigend iſt der Gedanke, daß gegen die trotzigen Anmaßungen der Fuͤrſtengewalt endlich noch eine Huͤlfe vorhanden iſt, daß ihre berechnetſten Plane an der menſchlichen Freiheit zu Schanden werden, daß ein herzhafter Widerſtand auch den geſtreckten Arm eines Deſpoten beugen, heldenmuͤthige Beharrung ſeine ſchrecklichen Huͤlfsquellen endlich erſchoͤpfen kann. Nirgends durchdrang mich dieſe Wahrheit ſo lebhaft, als bei der Geſchichte jenes denkwuͤrdigen Aufruhrs, der die vereinigten Niederlande auf immer von der ſpaniſchen Krone trennte— und darum achtete ich es des Verſuchs nicht unwerth, dieſes ſchoͤne Denkmal buͤrgerlicher Staͤrke vor der Welt aufzuſtellen, in der Bruſt meines Leſers ein froͤhliches Gefuͤhl ſeiner ſelbſt zu erwecken, und ein neues unyerwerfliches


