Madelon erſchrickt. Laßt die Gerichte ruhen! ſagt ſie. Nehmt das kleine Ungluͤck willig hin!—„Es iſt kein kleines Ungluͤck.“— Nehmt's an als eine Buße! Schon lange hat mich die ununterbrochene Dauer Eures Wohlſtandes bekuͤmmert. —„Ich will aber mein Recht verfolgen.“— Euer Recht! ſeufzt Madelon.
Noch groͤßere Unruhe zeigt Madelon, wie ſie hoͤrt, daß eine Zigeunerin im Hauſe geweſen ſey, welche man des Schmucks wegen im Verdacht habe. Sie beklagt ſehr, daß ſie nicht hier geweſen.„Ach, indem ich eine fruchtloſe Wallfahrt anſtellte, um mein Herz zu beruhigen, habe ich die einzige Gelegenheit verfehlt, meines langen Grams los zu werden.“
Herr von Pontis, Bailif des Orts und kuͤnftiger Schwieger⸗ vater Narbonne's, kommt, wegen des entwendeten Schmucks die noͤthigen Erkundigungen einzuziehen. Dieß geſchieht mit einiger Foͤrmlichkeit und mit Zuziehung eines Gerichtsſchreibers. Der Schmuck wird beſchrieben, die Hausgenoſſen werden auf⸗ gezaͤhlt, und bei dieſer Gelegenheit exponirt ſich ein Theil der Geſchichte. Beſonders iſt die Rede von Saint⸗Foir. Seine Geſchichte wird erzaͤhlt, und zeigt den Narbonne im Licht eines Wohlthaͤters. Er ſcheint keinem Verdacht gegen Saint⸗Foix Raum zu geben.
Nach dieſen officiellen Dingen wird von der Heirath ge⸗ ſprochen. Pontis zeigt, wie ſehr er und die ganze Stadt den Narbonne verehre, und iſt gluͤcklich in dem Gedanken einer Verbindung mit ihm.
Saint⸗Foix im Geſpraͤch mit dem alten Thierry. Der junge Menſch zeigt die leidenſchaftlichſte Unruhe; es iſt ihm zu


