Teil eines Werkes 
7. Band (1838)
Entstehung
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Nach dem Tode Pierre's war Louis der einzige Erbe. Er war damals abweſend und kam zurück, um ſeinen beſtändigen Aufenthalt in dieſer Stadt zu nehmen.

Seit dieſer Zeit ſind zehn Jahre verfloſſen, und Narbonne iſt nun im Begriff, eine Heirath zu thun und ſein Geſchlecht fortzu⸗ pflanzen. Er hat eine Neigung zu einem ſchönen, edeln und reichen Fräulein, Victoire von Pontis, deren Eltern ſich durch ſeine Anträge geehrt finden, und ihm mit Freude ihre Tochter zuſagen. 3

Nun war vor ungefähr ſechs Jahren ein junger Mann, Namens Saint⸗Foix, in Narbonne's Haus als eine hulfloſe Waiſe aufgenommen worden, und hatte viele Wohlthaten, be⸗ ſonders eine gute Erziehung, von ihm erhalten. Er lebte bei ihm nicht auf dem Fuß eines Hausbedienten, ſondern eines armen Verwandten, und die ganze Stadt bewunderte die Groß⸗ muth Narbonne's gegen dieſen jungen Menſchen, den man ſchon zu beneiden anfing.

Saint⸗Foix machte ſchnelle Fortſchritte in der Bildung, die ihm Narbonne geben ließ. Er zeigte treffliche Anlagen des Kopfs und Herzens, zugleich aber auch einen gewiſſen Adel und Stolz, der dem armen aufgegriffenen Waiſen nicht recht zuzu⸗ kommen ſchien. Er war voll dankbarer Ehrfurcht gegen ſeinen Wohlthäter, aber ſonſt zeigte er nichts Gedrucktes noch Ernie⸗ drigtes; er ſchien, indem er Narbonne's Wohlthaten empfing, ſich nur ſeines Rechts zu bedienen. Sein Muth ſchien oft an nebermuth, eine gewiſſe Naivetät und Fröhlichkeit an Leichtſinn zu gränzen. Er war verſchwenderiſch, frei und eiferſuchtig auf ſeine Ehre.

Victoire hatte öfters Gelegenheit gehabt, dieſen Saint⸗Foir zu ſehen, und empfand bald eine Neigung fuür ihn, welche aber hoffnungslos ſchien. Die Bewerbungen Narbonne's um ihre