Teil eines Werkes 
7. Band (1838)
Entstehung
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Schuld. Er läßt nicht nur den Verbrechern, ſondern auch ſol⸗ chen Ungluücklichen, die es durch Verzweiflung werden können, Kundſchafter folgen. Ein ſolcher Verzweifelnder kommt vor, gegen den ſich die Polizei als eine rettende Vorſicht zeigt.

Auch die Nachtheile der Polizeiverfaſſung ſind darzuſtellen. Die Bosheit kann ſie zu ihren Abſichten brauchen, der Unſchul⸗ dige kann durch ſie leiden; ſie iſt oft genöthigt, ſchlimmer Werkzeuge ſich zu bedienen, ſchlimme Mittel anzuwenden. Selbſt die Verbrechen ihrer eignen Officianten haben eine gewiſſe Strafloſigkeit.

Von einer weitern Ausführung dieſer Ideen in ihrem gan⸗ zen Umfange findet ſich nichts in Schillers Papieren, aber da⸗ gegen der Plan eines Drama, wobei nur ein ſehr kleiner Theil jenes Stoffs zum Grunde liegt. Es war in Schillers Charakter, daß ſich der erſte Gedanke nicht beſchräͤnkte, ſondern erweiterte, wenn es zur Ausfüuͤhrung kam. Man ſollte daher glauben, ſol⸗ gender Plan ſey früher etwa bei Leſung der Causes célèbres des Pitaval entſtanden, und vielleicht eben deßwegen auf⸗ gegeben worden, weil er auf jene Ideen fuͤhrte, die einen ſo großen Reichthum von Charakteren und Situationen darboten.

Narbonne iſt ein reicher angeſehener Particulier, in einer franzöſiſchen Provincialſtadt Bordeaux, Lyon oder Nantes ein Mann in ſeinen beſten Jahren zwiſchen vierzig und fünßzig. Er ſteht in allgemeiner öffentlicher Achtung, und die Neigung, die man zu ſeinem verſtorbenen Bruder Pierre Narbonne gehabt hatte, hat ſich ſchon auf ſeinen Namen fortgeerbt. Er iſt der einzige Uebriggebliebene dieſes Hauſes, weil ſein Bruder keinen Erben hinterließ; denn zwei Kinder desſelben verunglückten bei einer Feuersbrunſt durch Sorgloſigkeit der Bedienten.