Teil eines Werkes 
7. Band (1838)
Entstehung
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Der Mutter Schuld wird ſchwer auf ihnen laſten.

Oenone, mit Entſetzen denk' ich es:

Erröthen werden ſie, wenn man mich nennt,

Und wagen's nicht, die Augen aufzuſchlagen. Oenone.

Das wird gewiß geſchehen; zweifle nicht!

O wayhrlich, nie war eine Furcht gerechter.

Doch warum willſt du ſie der Schmach bloßſtellen?

Warum dich ſelbſt anklagen?— Ach, es iſt

Um uns geſchehen! Phädra, hör' ich ſagen,

Bekennt ſich ſchuldig! Phädra trägt ihn nicht

Den furchtbar'n Anblick des verrathnen Gatten.

Wie glücklich iſt dein Feind, daß du ihm ſelbſt

Gewonnen gibſt auf Koſten deines Lebens!

Was werd' ich ihm antworten, wenn er nun

Als Kläger auftritt? Ach, ich muß verſtummen!

Er aber wird ſich ſeines gräßlichen

Triumphs mit Uebermuth erfreu'n, und Jedem,

Der's hören will, von deiner Schmach erzählen.

Eh' dieß geſchieht, zerſchmettre mich der Blitz!

— Sag' mir die Wahrheit! Iſt er dir noch theuer?

Mit welchem Auge ſiehſt du jetzt den Stolzen? Phädra.

Ein Ungeheu'r iſt er in meinen Augen. Oenone.

Warum den leichten Sieg ihm alſo laſſen?

Du fuͤrchteſt ihn— So wag' es, ihn zuerſt

Der Schuld, die er dir vorwirft, anzuklagen.

Wer kann dich Lügen ſtrafen? Alles verdammt ihn.

Sein Schwert, zum Glück in deiner Hand gelaſſen,

Dein jetz'ger Schrecken, dein bisher'ger Gram,