Teil eines Werkes 
7. Band (1838)
Entstehung
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Oenone. Du ſtirbſt?

Phädra.

Ihr Götter! Was hab' ich gethan!

Mein Gemahl wird kommen und ſein Sohn mit ihm. Ich werd' ihn ſehn, wie er ins Aug' mich faßt, Der furchtbare Vertraute meiner Schuld, Wie er drauf Achtung gibt, mit welcher Stirn Ich ſeinen Vater zu empfangen wage! Das Herz von Seufzern ſchwer, die er verachtet, Das Aug' von Thränen feucht, die er verſchmäht! Und glaubſt du wohl, er, ſo voll Zartgefühl, So eiſerſuchtig auf des Vaters Ehre— Er werde meiner ſchonen? den Verrath An ſeinem Vater, ſeinem König, dulden? Wird er auch ſeinem Abſcheu gegen mich Gebieten können? Ja, und ſchwieg' er auch! Oenone, ich weiß meine Schuld, und nicht Die Kecke bin ich, die, ſich im Verbrechen In ſanfte Ruh' einwiegend, aller Scham Mit eh'rner Stirne, nie erröthend, trotzte. Mein Unrecht kenn' ich, es ſteht ganz vor mir. Schon ſeh' ich dieſe Mauern, dieſe Bogen Sprache bekommen, und, mich anzuklagen Bereit, des Gatten Ankunft nur erwarten, Furchtbares Zeugniß gegen mich zu geben! — Nein, laſſ' mich ſterben! Dieſen Schreckniſſen Entziehe mich der Tod— er ſchreckt mich nicht! Mich ſchreckt der Name nur, den ich verlaſſe, Ein gräßlich Erbtheil meinen armen Kindern! Die Abkunft von dem Zeus erhebt ihr Herz;