Teil eines Werkes 
7. Band (1838)
Entstehung
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Doch wenn du je Beleidigung empfandſt,

Kannſt du vergeſſen, wie der Stolze dich

Verachtete! Wie grauſam höhnend er

Dich nur nicht gar ihm ließ zu Füßen fallen!

Wie machte dieſer Stolz ihn mir verhaßt!

O daß du ihn nicht ſahſt mit meinen Augen! Phädra.

Oenone, dieſen Stolz kann er verlieren;

Wild iſt er wie der Wald, der ihn erzog;

Er hört, ans rauhe Jagdwerk nur gewohnt,

Zum Erſtenmale jetzt von Liebe reden;

Er ſchwieg wohl gar aus Ueberraſchung nur,

Und unrecht thun wir ihm mit unſern Klagen. Oenone.

Bedenk', daß eine Scythin ihn gebar. Phädra.

Opbgleich ſie Scythin war, ſie liebte doch. Oenone.

Er haßt, du weißt es, unſer ganz Geſchlecht. Phädra.

So werd' ich keiner Andern aufgeopfert.

— Zur Unzeit kommen alle deine Gründe,

Hilf meiner Leidenſchaft, nicht meiner Tugend!

Der Liebe widerſteht ſein Herz. Laſſ' ſehn,

Ob wir's bei einer andern Schwäche faſſen!

Die Herrſchaft lockt ihn, wie mir ſchien; es zog

Ihn nach Athen; er konnt' es nicht verbergen.

Die Schnäbel ſeiner Schiffe waren ſchon

Herumgekehrt, und alle Segel flogen.

Geh, ſchmeichle ſeiner Ehrbegier, Oenone,

Mit einer Krone Glanz— Er winde ſich