4 Oensne. So deinem eiteln Jammer ewig nur
Dahingegeben, nährſt du deine Gluth,
Die du erſticken ſollteſt. Wär's nicht beſſer, Nicht wuͤrdiger des Bluts, das in dir fließt, Dein Herz in edlern Sorgen zu zerſtreuen, Den Undankbaren, der dich haßt, zu fliehn, Zu herrſchen und das Scepter zu ergreifen! Phädra. Ich herrſchen, ich ein Reich mir unterwerfen, Und bin nicht Meiſter meiner ſelbſt, und bin Nicht mächtig meiner Sinne mehr! Ich herrſchen, Die einer ſchimpflichen Gewalt erliegt, Die ſtirbt! Oenone. So flieh! Phädra.
Ich kann ihn nicht verlaſſen. Oenone. Ihn nicht verlaſſen und verbannteſt ihn! Pyädra. Es iſt zu ſpät; er weiß nun meine Liebe. Die Gränze keufcher Scham iſt überſchritten, Das ſchimpfliche Geſtändniß iſt gethan, Hoffnung ſchlich wider Willen in mein Herz. Und riefſt du ſelbſt nicht meine fliehende Seele Mit ſchmeichelhaftem Troſteswort zuruck? Du zeigteſt mir verdeckt, ich könnt' ihn lieben. Oenone. Dich zu erhalten, ach! was hätt' ich nicht, Unſchuldig oder ſträflich, mir erlaubt!


