Teil eines Werkes 
7. Band (1838)
Entstehung
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Den ſchweren Bann, der auf dir lag, vernicht' ich;

Du kannſt fortan frei ſchalten mit dir ſelbſt,

Und in Troͤzen, das mir zum Loos gefallen,

Auf mich ererbt von Pittheus, meinem Ahn,

Das mich bereits als König anerkannt,

Laſſ' ich dich frei— und freier noch als mich. Aricia.

Herr, maͤß'ge dieſen Edelmuth, der mich

Beſchaͤmt! Mehr, als du denkſt, erſchwerſt du mir

Die Feſſeln, die du von mir nimmſt, wenn du

So große Gunſt an der Gefangnen übſt. Hippokyt.

Athen iſt noch im Streit, wer herrſchen ſoll;

Es ſpricht von dir, nennt mich, und Phädra's Sohn. Arieia.

Von mir? Hippslyt.

Ich weiß und mill mir's nicht verbergen,

Daß mir ein ſtelz Geſetz entgegenſteht.

Die fremde Mutter wird mir vorgeworfen;

Doch hätt' ich meinen Bruder nur zum Gegner,

Nicht wehren ſollte mir's ein grillenhaft

Geſetz, mein gutes Anrecht zu behaupten.

Ein höheres Recht erkenn' ich uͤber mir:

Dir tret' ich ab, vielmehr ich geb' dir wieder

Den Thron, den deine Vaͤter von Erechtheus,

Der Erde Sohn, dem maͤchtigen, ererbt.

Er kam auf Aegeus durch der Kindſchaft Recht;

Athen, durch meinen Vater groß gemacht,

Erkannte frendig dieſen Held zum König,

Und in Vergeſſenheit ſank dein Geſchlecht.