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Trank ungern ihrer Enkelſoͤhne Blut.
Du weißt, welch ſtreng Geſez der Griechen Söhnen Seit jener Zeit verwehrt um mich zu werben. Man fürchtet, daß der Schweſter Rachegeiſt Der Bruder Aſche neu beleben möchte.
Doch weißt du auch, wie dieſes freie Herz
Die feige Vorſicht der Tyrannenfurcht Verachtete. Der Liebe Feindin ſtets,
Wußt' ich dem König Dank fur eine Strenge, Die meinem eignen Stolz zu Hulfe kam.
— Da hatt' ich ſeinen Sohn noch nicht geſehn! Nein, denke nicht, daß ſeine Wohlgeſtalt Mein leicht betrognes Aug' verfuhrt, der Reiz, Der ihn umgibt, den Jeder an ihm preiſet, Die Gaben einer gütigen Natur,
Die er verſchmäht und nicht zu kennen ſcheint. Ganz andre herrlichere Gaben lieb' ich,
Schaͤtz' ich in ihm!— Die hohen Tugenden Des Vaters, aber frei von ſeinen Schwächen, Den edeln Stolz der großen Seele lieb' ich, Der unter Amors Macht ſich nie gebeugt.
Sey Phädra ſtolz auf ihres Theſeus Liebe; Mir g'nuͤgt die leichte Ehre nicht, ein Herz
Zu feſſeln, welches Tauſende gewannen.
Den Muth zu brechen, welchen nichts gebeugt, Ein Herz zu ruhren, welches nie gefuhlt,
Den ſtolzen Mann als Siegerin zu feſſeln, Der nicht begreift, wie ihm geſchieht, umſonſt Sich einem Joch entwindet, das er liebt,
Das lockt mich an und reizt mich. Mindern Ruhm Braucht' es, den großen Hercules zu ruͤhren


