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Ismene. Ich glaub' es, Fuͤrſtin.
Aricia.
Den ſtolzen Juͤngling, kennſt du ihn auch wohl?
Und ſchmeiche ſt dir, er werde mich bellagen,
Und ein Geſchlecht, das er verachtet, ehren
In mir allein? Du ſiehſt, wie er mich meidet. Ismene.
Man ſpricht von ſeinem Stolze viel; doch hab' ich
Den Stolzen gegenuͤber dir geſehn.
Sein Ruf, geſteh' ich, ſchärfte meine Neugier.
Doch ſchien er mir, als ich ihn wirklich ſah,
Dem Ruf nicht zuzuſagen. Sichtbar war's,
Wie er bei deinem Anblick ſich verwirrte,
Wie er umſonſt die Augen niederſchlug,
Die zartlich ſchmachtend an den deinen hingen.
Geſteht ſein Stolz nicht ein, daß er dich liebe,
Sein Auge ſpricht's, wenn es ſein Mund nicht ſagt. Aricia.
9 Freundin, wie begierig lauſcht mein Herz
Der holden Rede, die vielleicht mich täuſcht!
Dieß Herz, du kennſt es, ſtets von Gram genährt
Und Thränen, einem grauſamen Geſchick
Zum Raub dahingegeben, ſollt' es ſich
Der Liebe eitle Schmerzen unoch erträumen?
Die Letzte bin ich uͤbrig von dem Blut
Des hohen Koͤnigs, den die Erde zeugte,
Und ich allein entrann der Kriegeswuth.
Sechs Bruͤder ſah ich in der Bluͤthe fallen,
Die Hoffnung meines fuͤrſtlichen Geſchlechts.
Das Schwert vertilgte alle, und die Erde


