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Ariadne, die dem tauben Felſenufer
Sein Unrecht klagt, und Phaͤdra, ihre Schweſter,
Wie ſie, geraubt, doch gluͤcklicher als ſie—
Du weißt, wie peinlich mir bei der Erzaͤhlung
Zu Muthe war, wie gern ich ſie verkuͤrzte!
Wie haͤtt' ich nicht gewünſcht, ſo ſchönem Leben
Die minder würd'ge Haͤlſte zu erſparen!
Und ſollte ſelbſt mich jetzt gebunden ſehn?
So tief herunter ließ ein Gott mich ſinken!
Mich, den noch kein erlegter Feind verherrlicht,
Der ſich durch keine Heldentugend noch
Das Recht erkaufte, ſchwach zu ſeyn, wie Theſeus!
Und ſollte dieſes ſtolze Herz empfinden,
Mußt' es Aricia ſeyn, die mich beſiegte?
Vergaß ich ganz in meinem trunknen Wahn
Das Hinderniß, das uns auf ewig trennt?
Verwirft ſie nicht mein Vater? Wehrt mir nicht
Ein ſtreng Geſetz, das feindlich denkende
Geſchlecht der Pallantiden ſortzupflanzen?
Auf ewig ſoll's mit ihr vernichtet ſeyn;
In Aufſicht ſoll ſie bleiben bis zum Grab,
Und nie ſoll ihr die Fackel Hymens lodern!
Und böt' ich meinem Vater ſolchen Trotz,
Mit ihrer Hand ihr Recht mir anzufreiengs
Zu ſolcher Raſerei riß mich die Jugend— Cheramen(ihm ins Wort fallend).
Ach Herr, wenn deine Stunde kam, ſo fragt
Kein Gott nach unſern Gruͤnden! Theſeus ſelbſt
Schaͤrſt deinen Blick, da er ihn ſchließen will;
Das Herz empört ſich gegen Zwang, und ſelbſt
Sein Haß gießt neuen Reiz um die Geliebte.


