Teil eines Werkes 
7. Band (1838)
Entstehung
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Warum auch ſchreckt dich eine keuſche Liebe,

Und wenn ſie gluͤcklich macht, mißgönnſt du dir's? Beſiege doch die ſcheue Furcht! Kann man.

Sich auf der Bahn des Hercnles verirren!

Wie ſtolze Herzen hat nicht Venus ſchon Bezaͤhmt! Du ſelbſt, der ihre Macht beſtreitet,

Wo waͤrſt du, haͤtt' Antiope dem Trieb

Der Göltin immer ſiegend widerſtanden, Der Liebe keuſche Flamme nie gefuͤhlt? Doch, Herr, wozu mit großen Worten prunken? Geſteh's, du biſt der Vorige nicht mehr! Schon lang' ſieht man dich ſeltener als ſonſt Stolz und unbaͤndig deinen Wagen lenken, Und, in der edeln Kunſt Neptuns geubt, Das wilde Jagdroß an den Zaum gewoͤhnen. Viel ſeltener erklingen Forſt und Wald Von unſerm Jagdruf ein verborgner Gram Senkt deiner Blicke feur'ge Kraft zur Erde. Ja, ja, du liebſt, du gluhſt von Liebe! Dich Verzehrt ein Feuer, Herr, das du verheimlichſt! Geſteh's, du liebſt Aricien! Hippolyt. Ich reiſe Und ſuche meinen Vater, Theramen! CTheramen. Herr, ſiehſt du Phaͤdra nicht, bevor du gehſt? Hippolyt. Das iſt mein Vorſatz. Bring' ihr dieſe Nachricht! Gehn wir zu ihr, weil es die Pflicht ſo will. Doch ſieh, was fur ein neues Mißgeſchickh Bekummert ihre zaͤrtliche Oenone?