Teil eines Werkes 
6. Band (1838)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

35

Melchthal (faßt ihn mit krampfhafter Heftigkeit). In die Augen? Redet! Walther Fürſt. O der Bejammernswuͤrdige! Stauffacher. Wer iſt's? (Da Walther Fuͤrſt ihm ein Zeichen gibt.) Der Sohn iſt's? Allgerechter Gott! Melchthal. Und ich Muß ferne ſeyn!— In ſeine beiden Augen? Walther Fürft. Bezwinget Euch! Ertragt es, wie ein Mann! Melchthal. Um meiner Schuld, um meines Frevels willen! — Blind alſo! Wirklich blind und ganz geblendet? Stauffacher. Ich ſagt's. Der Quell des Sehns iſt ausgefloſſen: Das Licht der Sonne ſchaut er niemals wieder. Walther Fürſt. Schont ſeines Schmerzens! Melchthat. 8 Niemals! niemals wieder!

(Er druͤckt die Hand vor die Augen und ſchweigt einige Momente; dann wendet er ſich von dem Einen zu dem Andern und ſpricht mit ſanſter, von Thraͤnen erſtickter Stimme.)

O, eine edle Himmelsgabe iſt

Das Licht des Auges— Alle Weſen leben Vom Lichte, jedes glückliche Geſchöpf—

Die Pflanze ſelbſt kehrt freudig ſich zum Lichte.