Teil eines Werkes 
6. Band (1838)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

21

Und unterm Schein gerechter Züchtigung

Die alten Freiheitsbriefe zu vertilgen. Gertrud. Ihr ſeyd auch Maͤnner, wiſſet eure Art Zu fuͤhren, und dem Muthigen hilft Gott! Stauffacher. O Weib! Ein furchtbar wüthend Schreckniß iſt Der Krieg: die Heerde ſchlaͤgt er und den Hirten. 1 Gertrud. Ertragen muß man, was der Himmel ſendet; Unbilliges erträgt kein edles Herz. Stauffacher. Dies Haus erfreut dich, was wir neu erbauten; Der Krieg, der ungeheure, brennt es nieder. Gertrud. Wüßt' ich mein Herz an zeitlich Gut gefeſſelt, Den Brand waͤrf ich hinein mit eigner Hand. Stauffacher. Du glaubſt an Menſchlichkeit! Es ſchont der Krieg Auch nicht das zarte Kindlein in der Wiege. Gertrud. Die Unſchuld hat im Himmel einen Freund! Sieh' vorwaͤrts, Werner, und nicht hinter dich! Stauffacher. Wir Maͤnner können tapfer fechtend ſterben: Welch Schickſal aber wird das eure ſeyn 2 Gertrud.

Die letzte Wahl ſteht auch dem Schwächſten offen:

Ein Sprung von dieſer Bruͤcke macht mich frei. Stauffacher(ſuͤrzt in ihre Arme). Wer ſolch ein Herz an ſeinen Buſen drückt,