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Vertrau' es mir: ich bin dein treues Weib, Und meine Haͤlfte fordr' ich deines Grams. (Stauffacher reicht ihr die Hand und ſchweigt.) 8 Was kann dein Herz beklemmen, ſag' es mir. Geſegnet iſt dein Fleiß, dein Glücksſtand bluͤht, Voll ſind die Scheunen, und der Rinder Schaaren, Der glatten Pferde wohlgenäahrte Zucht Iſt von den Bergen glücklich heimgebracht Zur Winterung in den bequemen Stallen. — Da ſteht dein Haus, reich, wie ein Edelſitz; Von ſchönem Stammholz iſt es neu gezimmert Und nach dem Richtmaß ordentlich gefügt; Von vielen Fenſtern gläanzt es wohnlich, hell; Mit bunten Wappenſchildern iſt's bemalt Und weiſen Sprüchen, die der Wandersmann Verweilend liest und ihren Sinn bewundert. Stauffacher. Wohl ſteht das Haus gezimmert und gefügt, Doch, ach— es wankt der Grund, auf dem wir banten. Gertrud.
Mein Werner, ſage, wie verſtehſt du Das?
Stauffacher. Vor dieſer Linde ſaß ich jüngſt, wie heut', Das ſchön Vollbrachte freudig überdenkend: Da kam daher von Küßnacht, ſeiner Burg, Der Vogt mit ſeinen Reiſigen geritten. Vor dieſem Hauſe hielt er wundernd an; Doch ich erhob mich ſchnell, und unterwurfig, Wie ſich's gebührt, trat ich dem Herrn entgegen, Der uns des Kaiſers richterliche Macht Vorſtellt im Lande. Weſſen iſt das Haus?
Schillers ſämmtl. Wexke. VI. 2


