Teil eines Werkes 
6. Band (1838)
Entstehung
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Zweite Seene.

Zu Steinen in Schwytz, eine Linde vor des Stauffachers Hauſe an der Landſtraße, naͤchſt der Brücke. Werner Stauffacher, Pfeifer von Juzern winmen im Geſpraͤche. Pfeifer. Ja, ja, Herr Stauffacher, wie ich euch ſagte, Schwört nicht zu Oeſtreich, wenn ihr's könnt vermeiden. Haltet feſt am Reich und wacker, wie bisher! Gott ſchirme euch bei eurer alten Freiheit! (Druͤckt ihm herzlich die Hand und will gehen.) 3 5 2 Stauffacher. Bleibt doch, bis meine Wirthin kommt Ihr ſeyd Mein Gaſt zu Schwytz, ich in Luzern der Eure. Pfeifer.

Viel Dank! Muß heute Gerſau noch erreichen. Was Ihr auch Schweres moͤgt zu leiden haben Von eurer Vögte Geiz und Uebermuth, Tragt's in Geduld! Es kann ſich andern ſchnell: Ein andrer Kaiſer kann ans Reich gelangen. Seyd ihr erſt Oeſterreichs, ſeyd ihr's auf immer.

(Er geht ab. Stauffacher ſetzt ſich kummervoll auf eine Bank untet der Linde. So findet ihn Gertrud, ſeine Frau, die ſich neben ihn ſtellt und ihn eine Zeit lang ſchweigend betrachtet)

1 Gertrud. So ernſt, mein Freund? Ich kenne dich nicht mehr. Schon viele Tage ſeh' ich's ſchwbeigend an, Wie finſtrer Truͤbſinn deine Stirne furcht. Auf deinem Herzen druct ein ſiin Gebreſten.