Teil eines Werkes 
5. Band (1838)
Entstehung
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Cho r.(Cajetan.) Entſchloſſen ſiehſt du ihn, feſten Muths, Hinab zu gehen mit freiem Schritte Zu des Todes traurigen Thoren. Erprobe du jetzt die Kraft des Bluts, Die Gewalt der rührenden Mutterbitte Meine Worte hab' ich umſonſt verloren. Iſabella. Ich rufe die Verwünſchungen zurück, Die ich im blinden Wahnſinn der Verzweiflung Auf dein geliebtes Haupt herunter rief. Eine Mutter kann des eignen Buſens Kind, Das ſie mit Schmerz geboren, nicht verfluchen. Nicht hört der Himmel ſolche ſündige Gebete; ſchwer von Thraͤnen, fallen ſie Zuruͤck von ſeinem leuchtenden Gewölbe. Lebe, mein Sohn! Ich will den Mörder lieber ſehn Des einen Kindes, als um Beide weinen. Don Ceſar. Nicht wohl bedenkſt du, Mutter, was du wuͤnſcheſt Dir ſelbſt und mir Mein Platz kann nicht mehr ſeyn Bei den Lebendigen Ja, köͤnnteſt du Des Mörders gottverhaßten Anblick auch Ertragen, Mutter, ich ertrüge nicht Den ſtummen Vorwurf deines ew'gen Grams. Iſabella. Kein Vorwurf ſoll dich kränken, keine laute Noch ſtumme Klage in das Herz dir ſchneiden. In milder Wehmuth wird der Schmerz ſich löſen. Gemeinſam trauernd, wollen wir das Ungluück Beweinen und bedecken das Verbrechen.