Teil eines Werkes 
5. Band (1838)
Entstehung
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Und ſittlich ſelbſt blieb ihre Leidenſchaft.

Ich will dir's jetzo gern geſtehn, Diego,

Daß ich mit Sorge dieſem Augenblick,

Der aufgeſchloſſ'nen Blume des Gefühls

Mit banger Furcht entgegen ſah— Die Liebe

Wird leicht zur Wuth in heftigen Naturen.

Wenn in den aufgehaͤuften Feuerzunder

Des alten Haſſes auch noch dieſer Blitz,

Der Eiferſucht feindſel'ge Flamme ſchlug—

Mir ſchaudert, es zu denken— ihr Gefuͤhl,

Das niemals einig war, gerade hier

Zum Erſtenmal unſelig ſich begegnet—

Wohl mir! Auch dieſe donnerſchwere Wolke,

Die über mir ſchwarz drohend niederhing,

Sie führte mir ein Engel ſtill vorüber,

Und leicht nun athmet die befreite Bruſt.

Diego.

Ja, freue deines Werkes dich. Du haſt

Mit zartem Sinn und ruhigem Verſtand

Vollendet, was der Vater nicht vermochte

Mit aller ſeiner Herrſchermacht— Dein iſt

Der Ruhm; doch auch dein Glücksſtern iſt zu loben! Iſabella.

Vieles gelang mir! Viel auch that das Glück!

Nichts Kleines war es, ſolche Heimlichkeit

Verhullt zu tragen dieſe langen Jahre,

Den Mann zu taͤuſchen, den umſichtigſten

Der Menſchen, und ins Herz zurückzudrängen

Den Trieb des Bluts, der maͤchtig, wie des Feuers

Verſchloſſ'ner Gott, aus ſeinen Banden ſtrebte!