Als Muſter vorzuleuchten. Freilich lebt Kein Mann auf Erden, der es würdig iſt, Daß du die Freiheit ihm zum Opfer brächteſt. Doch, wenn Geburt, wenn Hoheit, Heldentugend Und Maännerſchönheit einen Sterblichen Der Ehre würdig machen, ſo— Eliſabeth. Kein Zweifel, Herr Abgeſandter, daß ein Ehebündniß Mit einem königlichen Sohne Frankreichs Mich ehrt. Ja, ich geſteh' es unverhohlen, Wenn es ſeyn muß— wenn ich's nicht andern kann, Dem Dringen meines Volkes nachzugeben— Und es wird ſtarker ſeyn, als ich, befürcht' ich— So kenn' ich in Europa keinen Fürſten, Dem ich mein höchſtes Kleinod, meine Freiheit, Mit minderm Widerwillen opfern wurde. Laßt dies Geſtändniß Euch Genüge thun. Belliepre. Es iſt die ſchönſte Hoffnung; doch es iſt Nur eine Hoffnung, und mein Herr wünſcht mehr— Eliſabeth. Was wünſcht er? (Sie zieht einen Ring vom Finger und betrachtet ihn nachdenkend.) Hat die Königin doch nichts Voraus vor dem gemeinen Bürgerweibe! Das gleiche Zeichen weist auf gleiche Pflicht, Auf gleiche Dienſtharkeit— der Ring macht Ehen, Und Ringe ſind's, die eine Kette machen. — Bringt Seiner Hoheit dies Geſchenk. Es iſt
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