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Iſt todt, mein Mann iſt todt, die Herzogin Ringt mit dem Tode, meine Nichte iſt verſchwunden. Dies Haus des Glanzes und der Herrlichkeit Steht nun verödet, und durch alle Pforten Stürzt das erſchreckte Hofgeſinde fort. Ich bin die Letzte drin, ich ſchloß es ab Und liefre hier die Schlüſſel aus. Octavio(mit tiefem Schmerz). O Graͤfin, Auch mein Haus iſt verödet! Gräfin. Wer ſoll noch Umkommen? Wer ſoll noch mißhandelt werden? Der Fürſt iſt todt: des Kaiſers Rache kann Befriedigt ſeyn. Verſchonen Sie die alten Diener, Daß den Getreuen ihre Lieb' und Treu' Nicht auch zum Frevel angerechnet werde! Das Schickſal überraſchte meinen Bruder Zu ſchnell; er konnte nicht mehr an ſie denken. Octavio. Nichts von Mißhandlung! Nichts von Rache, Gräfin! Die ſchwere Schuld iſt ſchwer gebüßt, der Kaiſer Verſöhnt: nichts geht vom Vater auf die Tochter Hinüber, als ſein Ruhm und ſein Verdienſt. Die Kaiſerin ehrt Ihr Unglück, öffnet Ihnen Theilnehmend ihre mütterlichen Arme. Drum keine Furcht mehr! Faſſen Sie Vertrauen Und übergeben Sie ſich hoffnungsvoll Der kaiſerlichen Gnade. Gräfin(mit einem Blick zum Himmel). Ich vertraue mich


