Teil eines Werkes 
4. Band (1838)
Entstehung
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Der Gnade eines größern Herrn Wo ſoll Der fürſtliche Leichnam ſeine Ruhſtatt finden? In der Carthauſe, die er ſelbſt geſtiftet, Zu Gitſchin ruht die Gräfin Wallenſtein: An ihrer Seite, die ſein erſtes Glück Gegründet, wuünſcht' er, dankbar, einſt zu ſchlummern. O, laſſen Sie ihn dort begraben ſeyn! Auch für die Reſte meines Mannes bitt' ich um gleiche Gunſt. Der Kaiſer iſt Beſitzer Von unſern Schlöſſern; gönne man uns nur Ein Grab noch bei den Gräbern unſrer Ahnen.

Octavio. Sie zittern, Gräfin Sie verbleichen Gott! Und welche Deutung geb' ich Ihren Reden?

Gräfin

(ſammelt ihre letzte Kraft und ſpricht mit Lebhaftigkeit und Adeh).

Sie denken würdiger von mir, als daß Sie glaubten, Ich überlebte meines Hauſes Fall. Wir fühlten uns nicht zu gering, die Hand Nach einer Königskrone zu erheben Es ſollte nicht ſeyn doch wir denken köͤniglich Und achten einen freien, muth'gen Tod Anſtändiger, als ein entehrtes Leben. Ich habe Gift..

Octavis.

O, rettet! Helft!

Gräfin.

Es iſt zu ſpaͤt.

In wenig Augenblicken iſt mein Schickſal Erfüllt.(Sie geht ab.)