Teil eines Werkes 
4. Band (1838)
Entstehung
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Liegt faltenlos und leuchtend ausgebreitet,

Kein dunkler Flecken blieb darin zurück,

Und unglückbringend pocht ihm keine Stunde.

Weg iſt er über Wunſch und Furcht, gehört

Nicht mehr den trüglich wankenden Planeten

O, ihm iſt wohl! Wer aber weiß, was uns

Die nachſte Stunde ſchwarz verſchleiert bringt! Gräfin.

Du ſprichſt von Piccolomini. Wie ſtarb er?

Der Bote ging juſt von dir, als ich kam.

(Wallenſtein bedeutet ſie mit der Hand zu ſchweigen.)

O, wende deine Blicke nicht zurück!

Vorwäarts in hellre Tage laß uns ſchauen.

Freu' dich des Siegs, vergiß, was er dir koſtet.

Nicht heute erſt ward dir der Freund geraubt:

Als er ſich von dir ſchied, da ſtarb er dir.

Wallenſtein.

Verſchmerzen werd' ich dieſen Schlag, Das weiß ich:

Denn was verſchmerzte nicht der Menſch! Vom Höchſten

Wie vom Gemeinſten lernt er ſich entwöhnen,

Denn ihn beſiegen die gewalt'gen Stunden.

Doch fühl' ich's wohl, was ich in ihm verlor.

Die Blume iſt hinweg aus meinem Leben,

und kalt und farblos ſeh' ich's vor mir liegen.

Denn er ſtand neben mir, wie meine Jugend,

Er machte mir das Wirkliche zum Traum,

Um die gemeine Deutlichkeit der Dinge

Den goldnen Duft der Morgenröthe webend

Im Feuer ſeines liebenden Gefühls

Erhoben ſich, mir ſelber zum Erſtaunen,

Des Lebens flach alltägliche Geſtalten.