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Und blicket froher in die Gegenwart 4 Und in der Zukunft hoffnungsreiche Ferne.
In jenes Krieges Mitte ſtellt euch jetzt Der Dichter. Sechzehn Jahre der Verwüſtung, Des Raubs, des Elends ſind dahin geflohn, In trüben Maſſen gähret noch die Welt, Und keine Friedenshoffnung ſtrahlt von Fern'. Ein Tummelplatz von Waffen iſt das Reich, Verödet ſind die Städte, Magdeburg Iſt Schutt, Gewerb' und Kunſtfleiß liegen nieder, Der Bürger gilt nichts mehr, der Krieger Alles, Strafloſe Frechheit ſpricht den Sitten Hohn, Und rohe Horden lagern ſich, verwildert Im langen Krieg, auf dem verheerten Boden. 3
Auf dieſem finſtern Zeitgrund malet ſich Ein Unternehmen kühnen Uebermuths Und ein verwegener Charakter ab. Ihr kennet ihn— den Schöpfer kühner Heere, Des Lagers Abgott und der Länder Geißel, Die Stütze und den Schrecken ſeines Kaiſers, Des Glückes abenteuerlichen Sohn, Der, von der Zeiten Gunſt emporgetragen, Der CEhre höchſte Staffel raſch erſtieg
und, ungeſättigt immer weiter ſtrebend,
Der unbezähmten Ehrſucht Opfer fiel. Von der Parteien Gunſt und Haß verwirrt, Schwankt ſein Charakterbild in der Geſchichte; Doch euren Augen ſoll ihn jetzt die Kunſt,


