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Dies fürchtend, bang und ungewiß, der König,
I Den Ehgemahl der Tochter zu entſcheiden.
Dies Mittel ſinnt er endlich aus: Es müſſen
Die Freier ſich mit hohen Schwüren binden, Trankopfer gießen auf den flammenden
Altar und freundlich ſich die Rechte bieten.
Ein fürchterlich Gelübd' entreißt er ihnen,
Das Recht des Glücklichen— ſey auch, wer wolle, Der Glückliche— einträchtig zu beſchützen,
Krieg und Verheerung in die beſte Stadt
Des Griechen oder des Barbaren, der
Von Haus und Bette die Gemahlin ihm Gewaltſam rauben würde, zu verbreiten.
Als nun gegeben war der Schwur, durch ihn
Der Freier Sinn mit ſchlaner Kunſt gebunden, Verſtattet Tyndarus der Jungfrau, ſelbſt
Den Gatten ſich zu wahlen, dem der Liebe Gelinder Hauch das Herz entgegen neigte.— Sie wählt— o haäͤtte nie und nimmermehr* So die Verderbliche gewählt!— ſie wäͤhlt Den blonden Menelaus zum Gemahle.
Nicht lang, ſo läßt in Lacedämons Mauern, In reichem Kleiderſtaate blühend, blitzend Von Gold, im ganzen Prunke der Barbaren, Der junge Phrygier ſich ſehen, der,
Wie das Gerücht verbreitet, zwiſchen drei Göttinnen einſt der Schöne Preis entſchieden, Gibt Liebe und empfängt und flüchtet nach Des Ida fernen Triften die Geraubte.
Es ruft der Zorn des Schwerbeleidigten
Der Fürſten alte Schwüre jetzt heraus.


