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Sklaye.
Von dir, o Herr, dem Hochgewaltigen, Hor' ich Das ungern. Hat denn Atreus nur Zu thraͤnenloſen Freuden dich gezeugt? O, Agamemnon! Sterblicher, wie wir, Biſt du mit Luſt und Leiden ausgeſtattet. Du magſt es anders wollen— alſo wollen es Die Himmliſchen. Schon dieſe ganze Nacht Seh' ich der Lampe Licht von dir genahrt, Den Brief, den du in Haͤnden haſt, zu ſchreiben. Du löͤſcheſt das Geſchriebne wieder aus, Jetzt ſiegelſt du den Brief, und gleich darauf Eröffneſt du ihn wieder, wirfſt die Lampe Zu Boden, und aus deinen Augen bricht Ein Thraͤnenſtrom. Wie wenig fehlt, daß dich Nicht Herzensangſt der Sinne gar beraubt! Was drückt dich, Herr? O, ſage mir's! Was iſt So Außerordentliches dir begegnet? Komm, ſage mir's. Du ſagſt es einem guten, Getreuen Mann, den Tyndar deiner Gattin Im Heirathsgut mit ubermacht, den er Der Braut zum ſichern Waͤchter mitgegeben.
Agamemnon. Drei Jungfraun hat die Tochter Theſtius Dem Tyndarus geboren. Phöbe hieß Die alteſte, die zweite Klytämneſtra, Mein Weib, die jungſte Helena. Es warben Um Helenas Beſitz mit reichen Schaͤtzen Die Fuͤrſten Griechenlands, und blut'ger Zwiſt War von dem Heere der verſchmaͤhten Freier Dem Glücklichen gedroht. Lang zanderte,


